La Sostenibiltà
May 05
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Nachhaltigkeit

Seit der Antike wurde die Rebe auf elementare Weise vermehrt und benötigte keine besonderen Behandlungen: Winterschnitt und eine gute Düngung waren mehr als ausreichend. Im 19. Jahrhundert änderte sich die Situation mit dem Auftauchen dreier Schädlinge aus der Neuen Welt, nämlich Echter Mehltau, Reblaus und Falscher Mehltau. Ihr Erscheinen wird auf die durch Dampfschiffe ermöglichte Verkürzung der Reisezeiten zurückgeführt, die das Überleben der Krankheitserreger an Bord förderte, welche in Amerika seit Tausenden von Jahren friedlich mit den Reben zusammenlebten. Die spätere Einfuhr von krankheitsresistenten amerikanischen Isabella- und Fragola-Trauben, die die aufkommende Weinbaukrise bekämpfen sollten, verschlimmerte die Situation nur. Innerhalb von 20 Jahren erreichte die von der Reblaus befallene Fläche 1 Million Hektar, was einem Viertel der gesamten italienischen Rebfläche entsprach: Viele Bauern verließen das Land, um in die Städte auszuwandern oder den Weinbau in Amerika und Australien fortzusetzen. Das Problem der Reblaus wurde dann durch die Veredelung europäischer Rebsorten auf reblausresistente amerikanische Unterlagen gelöst. In den letzten beiden Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts entstand auch die sogenannte „Bordeaux-Brühe“ und in den folgenden Jahren die chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel.
Ein alternativer und ökologischer Weg, der Anfang des 20. Jahrhunderts beschritten wurde, sind die PIWI-Rebsorten, auch Super-Bio genannt, die aus komplexen interspezifischen und intraspezifischen Kreuzungsplänen entstehen, um eine intrinsische Widerstandsfähigkeit der Pflanze gegen die wichtigsten Kryptogamen zu erzielen. Dabei werden die Staubbeutel (Beutel mit männlichen Pollen) der Mutterpflanze während der Blüte abgeschnitten und anschließend der Pollen der für die Kreuzung ausgewählten Pflanze auf den weiblichen Teil gepinselt; auf diese Weise erhält man die Früchte, aus denen die Samen der neuen Rebsorte entnommen und gepflanzt werden, die weitere 25-30 Jahre getestet werden muss, bevor sie an die Winzer verteilt werden kann. Unter optimalen Bedingungen, mit Niederschlägen von weniger als 1000 mm pro Jahr, benötigen diese resistenten Rebsorten keinerlei Behandlung; der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist jedoch auf maximal drei biologische Behandlungen mit Kupfer oder Schwefel reduziert. Die Qualität der heute mit diesem Programm erzeugten Weine ist mit anderen europäischen Sorten durchaus vergleichbar, aber die wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile sind unübertroffen. Es bestehen jedoch weiterhin normative Schwierigkeiten (die europäische Gesetzgebung erlaubt die Verwendung resistenter Sorten bei der Herstellung von Weinen mit der Bezeichnung D.O. nicht, und viele Regionen haben ihren Anbau noch nicht genehmigt) und Herausforderungen kompositorischer Natur (die Gehalte an diglucosidischen Anthocyanen, die nicht mit der europäischen Gesetzgebung für Rotweinsorten vereinbar sind, und bei Weißweinen die Kontrolle der Säure in den warmen zentral-südlichen Regionen). Derzeit ist der Anbau resistenter Rebsorten in Trentino-Südtirol, Lombardei, Friaul-Julisch Venetien und Venetien geeignet, Regionen, in denen einige Sorten in das regionale Register eingetragen wurden.Quelle:Riccardo Camerin, „Resistente/tolerante Rebsorten – Die Weinbaurevolution“, Diplomarbeit in Weinbau und Önologie an der Universität Udine